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Bodenqualität ist der Grundstein für guten Wein

Der Delinat-Winzer Timo Dienhart aus Maring-Noviand an der Mosel legt grossen Wert auf Biodiversität und funktionierende Kreisläufe im Weinberg. Denn er weiss: Die Grundlage für einen guten Wein ist ein lebendiger Boden. Der Delinat-Winzer sät dazu gezielt standortgerechte, artenreiche Begrünung mit 20 verschiedenen Komponenten, darunter zahlreiche Leguminosen. So erhält und steigert er den Humusaufbau, die Bodenfruchtbarkeit und schützt die Steillagen vor Erosion. Es entsteht ein lebendiger, blühender Teppich, der vielen Insekten Heimat bietet. Auch Vögel haben wieder mehr zu essen und werden nicht durch Pestizide belastet. Dieser Kreislauf ist ein elementarer Baustein für Timo Dienharts hohe Weinqualität. Seine humusreichen und lebendigen Böden sind an der Mosel einzigartig und das Ergebnis von jahrelanger ökologischer Bewirtschaftung.

Transkript
Der Boden ist natürlich der Grundstein im wahrsten Sinne des Wortes für den Wein, und bei uns halt nicht nur Stein, sondern auch lebendige Erde. Und wir haben hier eine Winter-Aussaat ausgebracht, die auf langjähriger Erfahrung beruht, komponiert wurde von mir selbst. und wo wir eine Mischung aus 20 verschiedenen Komponenten der Erde praktisch als Saatgut servieren, so dass wir, vor dem Winter die Niederschläge, die Auswaschung von Stickstoff ins Grundwasser komplett reduzieren auf Null. Zeitgleich Humus an Ort und Stelle wachsen lassen, Wachstum ist wie Bild und Spiegelbild: Über der Erde, unter der Erde. Durch den massigen Wuchs haben wir viele Wurzeln, haben viel Lebensraum geschaffen, auch für Starkregen eine Infiltrationskapazität geschaffen, haben einen wunderbaren Teppich, den wir im Sommer ausrollen können, mit viel lebendigen Pflanzen und Blüten drin, die dann auf dem Boden ideal beschatten, Lebensraum servieren, und natürlich auch Nährstoff fixieren. Jede zweite Reihe wird dann leicht umgebrochen, um wieder Nährstoffe für die Rebe freizusetzen, weil man natürlich nicht jede Reihe so machen könnte, das würde die Rebe zu stark in die Knie zwingen. Also haben wir ein Optimum aus Ökologie und Qualität für die Weinproduktion. Wir fahren es im Prinzip einfach platt - oder laufen es platt, und dann liegt das wie ein Teppich da. Die Halme sind geknickt, der Wasserverbrauch ist fast Null, sollte es sehr feucht werden, wächst von unten dann - die Kräuter wachsen im Untersaum dann schön beschattet durch. Und sollte es sehr trocken werden, hat man eine ideale Beschattung für für den Boden, dass er auch nicht so verbrennt, nicht so heiss wird, nicht so viel Nährstoff umgesetzt wird. Und einfach auch dieser sammelnde Charakter: Jedes zweite Jahr quasi sammeln, und das andere Jahr wieder leicht mobilisieren, mineralisieren, um der Rebe die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Das Mähen setzt ja indirekt - also erstmal zerstörerisch, wieder meine liebgewordene Blütenpracht. Zum anderen provoziere ich eine Vergrasung, und Gras will ich versuchen im Weinberg etwas weg zu züchten, weil Gras ist relativ dämlich, weil es nur 8 Zentimeter Wurzeln im Durchschnitt macht. Und das hier ist so eine staudenartige Begrünung, die macht wirklich einen ganzen Meter. Also einmal haben wir für die Artenvielfalt viel, viel, viel getan. Dann haben wir die Bodentemperatur etwas gesenkt, das heisst, es wird weniger Stickstoff freigesetzt, der Boden verbrennt auch nicht so, das Bodenleben hat seine Sonnenschirmchen, Wir haben viele Insekten, die Futter finden. Und beim Mulchen würde es ziemlich verbrennen und vergrasen. Und so ist das System ideal tariert. Das ist eine Lebensaufgabe. Den Boden kaputt zu wirtschaften ist auch eine Lebensaufgabe, aber es geht noch langsamer, den wieder aufzubauen. Und eigentlich ist auch nicht mein Ziel, die fettesten Böden zu haben, sondern einfach nichts von aussen rein zu fahren. Siehe aktuell die Themen, geschlossene Kreisläufe, war uns immer schon wichtig, war meinem Papa schon wichtig. Wir versuchen einfach, die natürliche Kraft am Standort zu halten und etwas zu verbessern. Also wir brauchen von aussen so gut wie gar nichts. Und natürlich sammelt auch die Begrünung wieder CO2 aus der Atmosphäre und sequestriert die im Humus, im Boden. Der Wein schmeckt meines Erachtens nach deutlich besser, Wir haben eine schöne Mineralität, schöne Frucht, eine schöne Energie in den Weinen drin, die einfach Spass macht zu trinken und zu degustieren. der Wein kann ja unheimlich viel transportieren, auch die Freude, in Anführungszeichen, der Reben, über dieses lebendige Umfeld. Mit einer gesteigerten Qualität - klar- geht das einher. Also unser Blauschiefer-Boden hier ist die Grundlage, wir halten die Erde fruchtbar und auch nachhaltig begrünt. Und so haben wir ein Optimum aus allen Parametern: Weingeschmack, Ökologie und die Nachhaltigkeit ideal mit Genuss verknüpft.

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