2 Kommentare

Vielfältige Navarra: Passion und Innovation im Schatten der Rioja

Die nordspanische Weinbauregion Navarra hat mit dem prestigeträchtigen Nachbarn Rioja eine grosse Konkurrenz. Nichtsdestotrotz bringt die vielfältige Landschaft der Navarra schöne Weine hervor, wie die Delinat-Winzer Jahr für Jahr beweisen. Mit einer Menge Passion und Innovation haben sich die Brüder Raúl und Jorge Ripa in Igúzquiza direkt neben dem Jakobsweg dem ökologischen Weinbau verschrieben. Auch María Barrena Belzunegui und Daniel Sánchez in Carcastillo haben mit dem Weingut Azul y Garanza Erstaunliches geschaffen: Direkt neben der Halbwüste Bardenas Reales wachsen ihre Trauben in reicher Biodiversität heran.

Transkript
Welchen Einfluss, oder welche Praktiken wurden seit der Zusammenarbeit mit Delinat eingeführt? Hier sieht man zum Beispiel eine ganzflächige Gassenbegrünung. Ist das eine dieser Praktiken? Richtig, Massnahmen welche die Förderung der Biodiversität zum Ziel hatten, gingen wir zusammen mit Delinat an. Seit der Einführung der Delinat-Richtlinien, haben wir die Empfehlungen zur Förderung der Biodiversität auf unserem Betrieb umgesetzt, zum Beispiel mit dem Ziel, die Bodenerosion zu vermeiden. Da ist zum Beispiel die Begrünung der Rebzeilen und Fahrwege, heute liegen wir bei einem Anteil von 55% bis 60%, die Einsaat von Blühstreifen zur Förderung von Raubmilben um Schädlinge wie die Spinnmilben natürlich zu bekämpfen oder Massnahmen zur Erhöhung des Humusgehaltes. Hier sind wir in einem der verlassenen Weinberge, den wir langsam «wiederbeleben» wollen. Es ist mit viel Arbeit verbunden, aber es ist ein Erbe, das uns so erhalten bleibt. Sie gehörten alten Winzern aus dem Dorf, die gestorben sind. Wir übernahmen diese kleinen Parzellen und nun beleben wir sie nach und nach, oder María? Wir möchten das Kulturgut mit den Traditionen und das Wissen um den Weinbau und den Wein weiterführen, welches hier in Spanien und im ganzen Mittelmeerraum stark verwurzelt ist. Dieses Erbe ist bedroht... Es braucht viel Pflege und eine Menge Handarbeit. Die Weinberge müssen nicht nur in Stand gehalten, sondern auch erneuert werden. Die Bereitschaft, diese alten Weinberge zu erhalten, schwindet. Damit gehen nicht einfach nur Weinstöcke und Trauben verloren, sondern auch kulturelles Erbe eines Landes mit langer Weinbautradition. Für uns ist ein Schatz, eine Erinnerung, und es ist unsere Aufgabe, diese lange Geschichte des Weinbaus weiter zu schreiben. Wir dürfen diese Weinberge nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Es bedeutet viel Aufwand, der womöglich nicht ökonomisch rentabel ist, aber emotional gesehen ist es wohl der wertvollste Weinberg. Wir möchten die Erinnerung dieses Ortes hüten und es ist ein Dank an all die Menschen vor uns, denn was hier wächst, wäre nicht möglich gewesen ohne die früheren Generationen, welche die Lagen wählten, Reben gepflanzt, studiert und selektioniert haben. Sie wurden jeweils an die nächste Gerneration übergeben. Nun kümmern wir uns darum und wir dürfen sie nicht vernachlässigen, sondern weiterführen und die Älteren fragen, wie sie die Weinberge gepflegt haben. Für uns ist es ein Bestandteil des Weines, denn Wein ist eine Erinnerung und Ausdruck des Terroirs. Nun stehen wir hier und möchten solche alten Weinberge mit Respekt erneuern. Wir schauen nicht nur in die Zukunft und überlegen, wie wir nachhaltiger arbeiten und die Böden regenerieren können, sondern blicken auch zurück, wie es früher gemacht wurde und versuchen, dieses Wissen erhalten.

2 Kommentare

  1. Danke für Ihren Beitrag über die Bardenas und Rioja. Eine wundervolle
    Landschaft. Natürlich wird Ihr Wein bestellt und wir sind neugierig!

    1. Lieber Herr Schlaile

      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Wir wünschen Ihnen mit den Navarra-Weinen aus dieser einzigartigen Landschaft viel Genuss und freuen uns, wenn Sie regelmässig auf unserem Blog vorbeischauen.

      Freundliche Grüsse
      Olivier Geissbühler

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.