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Resistente Rebsorten trotzen den Wetterkapriolen im Jahr 2021

Der Delinat-Winzer Roland Lenz aus Uesslingen im Kanton Thurgau setzt seit Jahren auf robuste Rebsorten. Dies hat sich im Jahr 2021 einmal mehr ausgezahlt: Trotz dem katastrophalen Sommer mit Niederschlägen und Hagel haben sich die neuen Sorten im Vergleich zu den herkömmlichen europäischen Sorten gut gegen Pilzkrankheiten wie der Falsche Mehltau wehren können. Dabei haben insbesondere einige Sorten der neuen Generation des Rebenzüchters Valentin Blattner mit einer hohen Resistenz gegen Krankheiten überzeugt.

Transkript
Es gibt sogar Sorten, die wir unbehandelt über die Runde gebracht haben, fast ein bisschen unfreiwilligerweise, weil wir einfach schlicht keine Zeit hatten. Also ich möchte zuerst festhalten, dass es eigentlich ohne Kupfer bei den europäischen Traubensorten fast nicht ging. Man hat dort - auch wir - haben dort Kupfer eingesetzt. Und es hat auch bei den PIWI-Sorten gewisse Sorten gegeben, wo man auch auf Kupfer gesetzt hat. Allerdings hat sich das konzentriert auf drei Behandlungen, hingegen bei den europäischen Traubensorten waren es zwölf Behandlungen mit Kupfer. Und das hat dann natürlich auch ganz andere Mengen gebraucht, wir sprechen jetzt bei den europäischen Traubensorten von drei Kilo Reinkupfer pro Hektar. Und bei denen PIWIs, die in Mitleidenschaft gezogen wurden, einerseits weil die Resistenz knapp ist, andererseits weil sie vielleicht in einer Lage gestanden sind die eben auch, von den Böden her, vom Wuchs her halt so mitgespielt hat, dass sie noch zusätzliche Begleitung gebraucht haben, sprechen wir vielleicht von 600 Gramm Kupfer. Ich glaube, oder ich schätze es mal so ein, dass die Einsparung sicher nicht kleiner sind als in einem normalen Jahr. Eher grösser, und in einem normalen Jahr gehen wir davon aus, dass wir 50 Prozent weniger Hilfsstoffe benötigen bei den PIWI-Anlagen - teilweise bis 100 Prozent natürlich - aber das ist auch wieder unterschiedlich, es gibt einfach verschieden resistente PIWIs momentan in unseren Weingärten. Wir haben dadurch natürlich auch viel weniger Durchfahrten mit dem Traktor - denke ich auch etwa 50 Prozent, dadurch werden natürlich die Böden viel weniger belastet betreffend Bodendruck. Das war dieses Jahr ganz frappant, weil wenn du keine Durchfahrten machen musstest bei diesen nassen Böden, dann konntest du die Böden wirklich auch schonen. Und beim Handarbeitseinsatz denke ich auch nach wie vor, dass wir 40 bis 50 Prozent einsparen können bei den PIWIs, weil wir das einfach viel extensiver gestalten können. Es gibt sogar Sorten, die wir unbehandelt über die Runde gebracht haben, fast ein bisschen unfreiwilligerweise, weil wir einfach schlicht keine Zeit hatten. und dann spart man natürlich dort ein, wo man das Gefühl hat, das sind die robustesten Sorten. Und das ist zum Beispiel Cal 32-7, also wunderbar. Das ist aber auch - ältere PIWIs, wie Seyval Blanc, oder Léon Millot - da haben wir unbehandelte Weingärten. Was wir auch gemerkt haben, dass von den Neuzüchtungen her neben 32-7 1-28 sehr gut aussieht, wo man ohne Kupfer über die Runde bringen konnte. Und erstaunlicherweise für mich eigentlich auch Divico, zum Beispiel. Die standen wirklich in der Hagelzone drin und trotz Hagel stehen die einfach 1A da, also das ist wirklich superschön zu sehen.

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