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Diese Traubensorten bleiben auch bei Wetterkapriolen gesund

Der Delinat-Winzer Josep Maria Albet i Noya forscht gemeinsam mit dem Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner seit über zehn Jahren an robusten Traubensorten, welche optimal an das wechselhafte Klima im Penedès angepasst sind und auch den immer stärkeren Wetterextremen Stand halten. Der Direktvergleich im Versuchsfeld zeigt den markanten Unterschied: Die Neuzüchtungen sind resistent gegen den Echten und Falschen Mehltau und kommen komplett ohne Pflanzenschutz aus, während die europäischen Traubensorten einen starken Pilzbefall aufweisen. Im Video erklärt Josep Maria, wie diese neuen Rebsorten den Weinbau ökologischer machen können.

Transkript
So haben wir die Möglichkeit, nur die Sorten mit den besten Eigenschaften auswählen zu können, welche für dieses Terroir und die Klima-Bedingungen perfekt angepasst sind. Hier ist jedes Jahr unterschiedlich: Das mediterrane Klima kann einmal sehr regnerisch sein, ein anderes Mal sehr trocken. Die Wetterextreme liegen weiter auseinander als beim atlantischen Klima. Letztes Jahr war das regenreichste Jahr, dieses Jahr das trockenste Jahr seit den Aufzeichnungen, also sehr extrem. So gab es letztes Jahr einen hohen Befall mit falschem Mehltau, mit Ernteausfällen um die 80% im Bioweinbau. Aber auch im konventionellen Weinbau gab es über 50% Ausfälle. Dieses Jahr ist das Gegenteil, sehr trocken. Aber trotzdem taucht wegen der hohen Luftfeuchtigkeit der falsche Mehltau auf, ohne dass es geregnet hat. An diesem Blatt sieht man den Befall sehr gut, es ist komplett infiziert. Das ist eine herkömmliche Rebsorte, die wir zu einem früheren Zeitpunkt zwei mal behandelt haben. Der untere Bereich wurde behandelt und trotzdem ist ein leichter Befall mit falschem Mehltau erkennbar. Der später gewachsene obere Bereich zeigt einen deutlichen Befall mit falschem Mehltau, da hier nicht behandelt wurde und es sich um eine konventionelle Sorte handelt. Hier sieht man den Befall sehr gut. Das Blatt wird austrocknen und abfallen, was die Ausreifung der Trauben beeinträchtigt. Zum Glück sind die Trauben hier schon reif und werden noch problemlos auf den Reifehöhepunkt kommen. Aber wäre der Befall früher eingetreten, wären die Blätter abgefallen und eine Reifung wäre unmöglich gewesen. Unser Versuchsfeld des Forschungsprojekts mit Valentin Blattner haben wir überhaupt nicht behandelt und es steht einwandfrei da. Die Vorteile resistenter Sorten zeigen sich hier: Hier ein Blatt der Caladoc-Rebe und hier ein Blatt dieser Rebe. Alle Blätter sind unversehrt und sie ist unbehandelt. Letztes Jahr haben wir hier elf Mal behandelt. Diese hingegen haben wir gar nicht behandelt. Jedes Jahr ist unterschiedlich, das mediterrane Klima kann grosse Schwankungen aufweisen, manchmal viel Regen und manchmal wenig, aber der Krankheitsdruck ist immer da. In diesem Jahr hatten wir sehr wenig Regen, aber zur Zeit herrscht eine hohe Feuchtigkeit und der falsche Mehltau breitet sich aus - aber hier ist nichts zu sehen. Das ist ein Vorteil, vor allem wirtschaftlich gesehen. Wir sparen auch Treibstoff, weil wir keine Behandlungen mit den Maschinen vornehmen müssen. Wir brauchen noch etwa vier bis fünf Jahre, um aus den 3000 Stöcken die besten Sorten zu selektionieren. Jedes Jahr scheiden wir die ungeeignetsten Pflanzen aus, bis wir nur noch die besten haben. So haben wir die Möglichkeit, nur die Sorten mit den besten Eigenschaften auswählen zu können, welche für dieses Terroir und die Klima-Bedingungen perfekt angepasst sind.

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