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Im Reben-Urwald überleben nur die resistentesten Sorten

Diejenigen Jungpflanzen, welche das erste Jahr auf dem Versuchsfeld von Valentin Blattner in Boudry (NE) ohne jegliche Pflanzenschutzmittel gesund überstanden haben, bleiben stehen und dürfen weiterwachsen. Die neuen resistenten Züchtungen werden komplett sich selber überlassen und wachsen auf dem Versuchsfeld in einem wilden Durcheinander. Dies schafft ein optimales Klima für Pilzkrankheiten wie der Echte und der Falsche Mehltau, der sich in einem solchen feuchten Reben-Dickicht besonders gut verbreiten kann.

Genau dieses Klima benötigt der Rebenzüchter Valentin Blattner, um zu sehen, welche Neuzüchtungen wirklich zu Hundert Prozent resistent gegen sämtliche Krankheiten sind. Auch diese Selektion überstehen nur einige wenige Pflanzen. Alle Reben, die auch nur die kleinsten Anzeichen einer Krankheit aufweisen, werden ausgerissen und nicht weiterverfolgt, da sie zu wenig Resistenz-Gene für eine neue erfolgreiche Rebsorte haben. Am Schluss bleiben wirklich nur diejenigen Neuzüchtungen stehen, welche gegen Echten und Falschen Mehltau sowie gegen andere Krankheiten wie Schwarzfäule komplett resistent sind.

Transkript
Also wir schaffen hier schon ein Klima, das für den Pilz gut ist, damit wir auch diejenigen sehen, die das überleben. Es nützt mir nichts, wenn ich da eine wunderbare Anlage mache, die super toll, ganz sauber ist und am Schluss nichts krank wird. Da haben wir jetzt die besten Pflanzen, die letztes Jahr stehen geblieben sind und dieses Jahr Trauben haben dürfen. Im Moment ist einfach noch ein riesiges Durcheinander. Das wird jetzt dann auch noch krank und am Schluss schauen wir dann nur noch diejenigen Pflanzen an, die wirklich gesund sind. Unten an den Spitzen, wo das Wasser abläuft, gibt es jeweils ein bisschen Mehltau aber das wird jetzt alles schlimmer und dann kommt vielleicht noch der Echte Mehltau, der weisse Belag, hier sehen wir ein Blatt, das es nicht so ganz begriffen hat. Es wehrt sich zwar, also es grenzt ab und macht nur kleine Infektionen, aber tausende von kleinen Infektionen sind trotzdem eine Katastrophe und das Blatt geht kaputt. Also wir brauchen dann wirklich Blätter, die... ...ganz sauber sind von A bis Z und wo die Trauben auch... ...ganz sauber sind, also nicht so wie das hier. Sowas suchen wir dann am Schluss. Und das gibt natürlich jetzt hier in diesem wilden Durcheinander viele Krankheiten, das ist ideal für die Krankheit, und dann können wir auch eine ganz gute Selektion machen. Die Krankheit kann sich wunderbar verbreiten, weil die Pflanzen eng zusammengesetzt sind. Und dann ist es auch ein Dunst-Glocke, also hier drin bleibt es immer feucht. Für den Falschen Mehltau ideal. Also wir schaffen hier schon ein Klima, das für den Pilz gut ist, damit wir auch diejenige sehen, die das überleben. Es nützt mir nichts, wenn ich da eine wunderbare Anlage mache, die super toll, ganz sauber ist und am Schluss nichts krank wird. Dann weiss ich es ja nicht: Weil nachher wird es teuer, wenn ich anfange, diese zu vermehren... ...dann wird es sehr teuer, wenn etwas falsches vermehrt wird. Zudem ist es ja auch - Man sieht jetzt hier verschiedene Krankheiten, man sieht auch schon die Resistenz der Trauben, also es ist selektionsmässig gut gemacht. Und dann auch die verschiedenen Krankheiten, die man sonst nicht selektieren kann, wie jetzt die Schwarzfäule, ist hier auch schon dabei, also das gibt uns nachher dann schon eine Sicherheit, also nicht das wir etwas herausbringen, Und das hält wohl den Echten und Falschen Mehltau, aber ist dann, wie wir vorher die Traube gesehen haben, alles voller Schwarzfäule Also bis Ende Jahr ist die Hälfte dieser Trauben kaputt. Wirtschaftlich ist das nicht sehr toll, ausser ich gehe wieder spritzen, dann bin ich aber wieder dort wo wir vorher gewesen sind: Wir müssen dann zwar nicht gegen den Echten oder Falschen Mehltau spritzen, aber gegen etwas anderes, das nützt am Schluss auch nichts. Wir suchen wirklich etwas, das ohne Spritzmittel eine Traube gibt, die von hinten bis vorne gesund ist.

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