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Pionierarbeit auf Château Duvivier

Im Mai 2021 hat das Team von Delinat auf dem Forschungsweingut Château Duvivier in der Provence über 230 neue PIWIs (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) gepflanzt, die nun in den kommenden Jahren auf ihren Geschmack getestet werden. Nur ein Bruchteil der gepflanzten Reben wird schlussendlich im grossen Stil angebaut werden und hat das Potential für eine erfolgreiche resistente Rebsorte. Im Video erzählt Delinat-Gründer Karl Schefer über die wichtige Pionierarbeit, die Delinat in im Bereich der PIWI-Weine leistet.

Transkript
Wir sind da auf Beau-Mulé bei Château Duvivier, eine Parzelle im Wald, wunderbar gelegen, sehr gutes Terrain. Hier wurde früher Cabernet Sauvignon und Syrah gepflanzt, und es gab hier immer die besten Erträge, bester Wein für Mûriers, super Qualität. Der Boden ist ganz ideal, und hier bestücken wir jetzt ein kleines Feld mit neuen, resistenten, robusten Rebsorten, ganz neue Züchtungen, die von Valentin Blattner bei Albet i Noya entstanden sind in den letzten fünf bis sechs Jahren. Das ist ungefähr die zehnte Züchtungsgeneration von sehr hohen Resistenzen, mit neuen - also man hat immer immer mehr europäisches Blut drin quasi. Also man kreuzt die bereits sehr resistenten, guten Sorten nochmals mit europäischen Sorten und am Schluss hat es wahrscheinlich 95 Prozent europäisches Blut drin. Sie haben aber alle Gene drin für Resistenz gegen echten Mehltau, gegen falschen Mehltau, zum Teil Holzkrankheiten und sie sind wüchsig und meistens auch besser gegen Frost. Ja und hier machen wir jetzt - das sind sehr viele Sorten, wir pflanzen jetzt hier ungefähr 230 Sorten - wir haben jetzt die Situation genutzt, dass unser Team hier mit dabei ist diese Woche, wir haben ein Seminar auf Château Duvivier gemacht mit den Leuten, die im Verkauf tätig sind, den Verkaufsberatern und jetzt dürfen sie einmal etwas anderes machen. Man pflanzt also die Sorten und protokolliert immer von Stock bis Stock, welche Sorte es ist. Und das kommt dann in eine Datenbank, damit das Raster nicht verloren geht. Da schneidet man die Wurzeln da unten ab, so fünf bis sechs Zentimeter überhalb der Wurzel pflanzt man es ein, und das gibt dann so die spargelähnlichen Bilder, die man nachher sieht und in zwei bis drei Wochen spriessen sie und werden dann hochgezogen. Man prüft sofort, wenn es die ersten Erträge gibt, die Qualität des Weins. Man macht Mikro-Vinifikationen, da gibt es bei zwei bis drei Stöcken nur sehr wenig Wein, manchmal reicht es auch nur zum Trauben degustieren, aber wenn es ein paar Liter gibt - zwei, drei Liter - dann kann man es schon grundsätzlich beurteilen, ob irgendein spezielles Aroma drin ist. Eigentlich geht es nur um das, so ein Negativ-Ausschuss. Wenn man so Ananas-Aromen und solche Sachen findet bei der ersten Degustationen, kann man die Reben gleich entsorgen. Es gibt nur ganz wenige, die dann die nächste Stufe erreichen und so weiter. Das ist ein wahnsinnig langwieriger Prozess. Es braucht etwa zehntausend Züchtungen, um eine wirklich gute Sorte zu erhalten am Schluss. Als erstes schaut man die Resistenzen an. Wenn die Blätter auch nur die kleinsten Krankheitssymptome haben, werden sie sofort ausgerissen, das bringt gar nichts. Aber weil die Genetik von diesen Pflanzen schon geprüft worden ist, wissen wir bereits, dass sie alle resistent sind, darum muss man dass nicht mehr sehr genau prüfen. Das nächste ist die Mikro-Vinifikation, und dort werden exotische Aromen aussortiert. Und dort fliegen mindestens die Hälfte dieser Sorten gleich wieder raus. Also ich würde sagen, die leben vielleicht zwei Jahre da und dann sind sie wieder weg. Ja und nachher geht es natürlich weiter. Wenn man erste degustative Resultate hat, die verheissungsvoll sind dann multipliziert man es, macht fünfzig bis hundert Stöcke und dann kann man so fünfzig Liter Mikro-Vinifikation machen, die dann natürlich eine viel bessere Sicherheit gibt. Und dort wird dann natürlich genauer verglichen. Und nachher geht es dann in die grösseren Masstäbe.

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