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PIWI-Züchtung: Je mehr Resistenzgene desto besser

Im September 2021 arbeitet der Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner auf dem Delinat-Weingut Albet i Noya an der neuen PIWI-Generation. Bei diesem einzigartigen Forschungsprojekt im Penedès (Spanien) werden seit mehreren Jahren neue robuste Traubensorten gezüchtet, welche durch Mehrfachresistenzen gegen Pilzkrankheiten wie den Echten und Falschen Mehltau geschützt sind. Damit die neuen Rebsorten über längere Zeit gegen Krankheiten resistent bleiben und ohne Pflanzenschutzmittel auskommen, sind mehrere Resistenzmechanismen nötig. Mit einer Gen-Analyse der noch jungen Reben muss im Labor geprüft werden, welche Resistenzen vorhanden sind und ob diese ausreichen, um die neue Sorten auf den Markt bringen zu können. Die neuen Züchtungsgenerationen von Valentin Blattner setzen im Bereich der PIWI-Sorten bezüglich Resistenz neue Massstäbe: Oft verfügen sie über je drei Resistenzgene gegen den Echten und den Falschen Mehltau, was für PIWI-Sorten aussergewöhnlich viel ist.

Transkript
Also in diesem Moment suchen wir drei Gene - oder drei Resistenzmechanismen - gegen Oidium, drei gegen Peronospora - oder sogar vier. Und dann sieht man auch die Qualität, wie die Trauben sind. Wir müssen jetzt von den selektierten Pflanzen, die im Sämlingsfeld alle resistent waren, eine Probe nehmen, um eine Gen-Analyse zu machen. Das ist so wie ein Schwangerschaftstest auf die verschiedenen Resistenzmechanismen. Weil man sieht nicht, ist Resistenz 1, 2 oder 3 - 1 und 2 sind bereits resistent, wir wollen aber wissen, ob die 3 auch noch dabei ist - also ob alle zusammen da sind, damit man eine kombinierte Resistenz hat, die auch wirklich hält. Dass wenn der Pilz einen Resistenzmechanismus herausfindet, der andere dann auch noch wirkt. Da nehmen wir jetzt ein schönes junges Blatt, jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir die richtige Pflanze haben. Voilà, diese hier. Die ist jetzt schon ziemlich weit gewachsen, und das muss natürlich schon stimmen, wenn wir die falsche Pflanze nehmen, kriegen wir ein falsches Resultat. Also nehmen wir ein kleines Blatt, und das wird nachher im Labor analysiert, um zu schauen, wie viele Resistenzmechanismen drin sind. Hier haben wir die 56... Voilà - wir nehmen immer die letzten Blätter, weil diese die sauberste Genetik haben, respektive noch nicht so mit Tannin belastet sind, und nachher jeweils etwas falsche Resultate geben. In einem Jahr kommen 2-3 Meter lange Pflanzen, und im nächsten Jahr haben wir dann bereits Trauben dran, also wir können im nächsten Jahr schon weiterzüchten. Also die Kreuzung machten wir im 2019, im 2020 wurde sie selektiert im Sämlingsfeld und 2021 wächst es hier draussen und dann schauen wir, wie es aussieht und wie resistent die Pflanzen sind. Und dann machen wir diese Gen-Analyse und dann kann man nächstes Jahr bereits weiterkreuzen, Also in diesem Moment suchen wir drei Gene - oder drei Resistenzmechanismen - gegen Oidium, drei gegen Peronospora - oder sogar vier. Und dann sieht man auch die Qualität, wie die Trauben sind. Und dann kann man nächstes Jahr bereits vermehren, von denen, die eine gute Analyse zeigen und gute Trauben zeigen, kann man dann bereits eine Vermehrung machen, weil man dann nächstes Jahr schon... was wollen wir sagen - 100 Augen haben, die man vermehren kann. Also geht es ganz schnell, aber das ist eben, weil es in Spanien so schön wächst. Bei uns in der Schweiz wären sie vielleicht einen Meter gross, und hätten nächstes Jahr ganz sicher keine Trauben, Und hier - wenn man sieht, dass die gesetzt wurden vor 4 Monaten, ist es doch erstaunlich, wie - was haben wir hier, 5 Meter... und wir sind erst Mitte September. Also die wachsen noch zwei Monate und dann kriegen wir vielleicht 6 oder 7 Meter und dann können wir eventuell von den besten schon Holz nehmen für die Vermehrung und die besten bereits im Gewächshaus nachher dann wieder vermehren, um sehr schnell viel Material zu haben.

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